Grußwort von Barbara Stamm

Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags

 

 

 

 

 

 

„Wer nichts weiß, muss alles glauben.“ Dieser Satz von Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach bringt eine grundlegende Wahrheit menschlicher Erkenntnis zum Ausdruck. Patientinnen, Angehörige, Ärzte, Forscher oder Therapeuten, die mit dem Thema Brust krebs konfrontiert sind, erleben Tag für Tag immer wieder aufs Neue den tieferen Sinn dieser Worte.

Mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland – und tatsächlich kann die Diagnose jede und jeden treffen. Das sind Zahlen und Fakten, die verständlicherweise erst einmal Angst machen. Am schlimmsten ist für Patientinnen der Moment, wenn sie die Diagnose erfahren, wenn diese einen unvorbereitet trifft. Das ist wie ein Schlag, der alles verändert. Umso wichtiger ist es, mit fundierten Informationen, medizinischen Erkenntnissen und menschlichem Beistand für diese schwierige Lebensphase gewappnet zu sein.

Unter dem Motto Informieren – Erkennen – Handeln öffnet in bewährter Weise der Kongress „Projekt Diplompatientin“ in Augsburg nicht nur seine Pforten, sondern eröffnet gleichzeitig auch Betroffenen einen Weg für den Umgang mit ihrer Erkrankung. Drei Tage lang gibt es hier zahlreiche Vorträge und Austauschmöglichkeiten rund um das Thema „Brustkrebs“. Wissen hilft gegen die Angst, es stärkt das Vertrauen in die eigene Kompetenz und es macht vor allem Mut, sich aktiv mit der Krankheit auseinanderzusetzen und dabei zu sehen: Ich bin mit meinen Sorgen, aber auch mit meinen Bedürfnissen und Wünschen nicht alleine. All dies – und ein vertrauensvolles Miteinander von Medizinern, Therapeuten und selbstbewussten, starken Patientinnen – hat besondere Bedeutung für die Genesung.

Ich danke den Initiatorinnen von mamazone e. V. für ihr großes Engagement und ihre entscheidenden Impulse, die mit dem Tod der Vereinsgründerin Ursula Goldmann-Posch im letzten Jahr keineswegs weniger wichtig geworden sind. So wie sie mir sehr verbunden war, so hat sie mit ihrer einfühlsamen und ermutigenden Art auch bei vielen anderen Spuren hinterlassen. Diese Spuren gilt es in unseren Herzen zu bewahren. Ihren Mut und ihren (Kampfes-)Willen, sich mit den Ungewissheiten eines bedrohten Lebens zurechtzufinden, gilt es weiterzutragen – damit Frauen, die ein ähnliches Schicksal teilen, keine Angst haben, sondern lernen mit der Angst umzugehen. Allen Beteiligten wünsche ich eine interessante und inspirierende Veranstaltung.

Barbara Stamm,
Präsidentin des Bayerischen Landtags

Grußwort von Dr. Kurt Gribl

Dr. Kurt Gribl, Oberbürgermeister der Stadt Augsburg

 

 

 

 

 

 

Die Diagnose Brustkrebs trifft hart und konfrontiert die Betroffenen mit ihrem Schicksal und der immanenten Frage nach der Endlichkeit des eigenen Lebens. Das Beste gegen diesen lähmenden Schockzustand, so zeigt die Erfahrung, ist für viele Frauen aktiv zu werden. Sich nicht als Leidende an Brustkrebs und als Leidende am Gesundheitswesen zu verstehen, sondern auch als Mitwirkende, Mitbestimmende und kritische Verbraucherin nen auf dem großen Markt Onkologie. Um hier nicht verloren zu gehen, hilft Wissen. Und das transferiert seit mittlerweile 18 Jahren der Augsburger Verein mamazone e. V. Er engagiert sich für eine ganzheitliche Aufklärung von Brustkrebs. Vor allem seine Philosophie mit der Prämisse „Mut und Wissen zu vermitteln“, ist weit über alle Grenzen hinaus bekannt.

Mit fast 2000 Mitgliedern und einem wissenschaftlichen Beirat aus 28 Brustkrebsexperten mit internationalem Ruf ist mamazone die größte und aktivste Brustkrebs-Patientinnen-Initiative in Deutschland.

Mit einem dreitägigen Kongress unter dem Titel „Projekt Diplompatientin“ werden bereits zum 16. Mal im Klinikum Augsburg diverse Lösungsansätze im Verarbeiten der Erkrankung vorgestellt. Dazu eingeladen sind alle, die sich mit dem Thema Brustkrebs in seiner komplexen Individualität beschäftigen müssen oder vorausschauend beschäftigen wollen. Geboten wird höchste fachliche Kompetenz, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch ein praktischer Umgang mit der Krankheit. Neben Ernährung, Komplementärmedizin oder Entspannungstherapien werden auch Antworten gegeben auf Fragen wie: Welche Reha ist die richtige für mich? Was ist mit Berufsunfähigkeit? Wie schaffe ich die Wiedereingliederung in den Job?

Als Oberbürgermeister der Stadt Augsburg bin ich unserem innovativen Klinikum Augsburg sehr dankbar, dass es zum wiederholten Mal Tür und Tor für einen regen Austausch öffnet. Vor allem bin ich aber dem Brustkrebsverein mamazone dankbar, dass er sich stark macht für einen selbstbestimmten Umgang mit der Erkrankung und Frauen aus ganz Deutschland hier in Augsburg einen Ort zum Krafttanken gibt. Ich danke allen Initiatoren, Unterstützern und Ausstellern, den Referenten und Wissenschaftlern ganz herzlich und wünsche allen Kongressteilnehmerinnen drei wertvolle Tage, die sie sowohl fachlich als auch seelisch positiv bereichern.

Dr. Kurt Gribl
Oberbürgermeister der Stadt Augsburg