Hintergrundinformationen zum Projekt Diplompatientin®

Was um Himmels willen ist eine Diplompatientin?

Im Wörterbuch gibt es keine „Diplompatientin“. Im medizinischen Alltag aber gibt es sie: dieses von mamazone-Gründerin Ursula Goldmann-Posch geprägte Kunstwort beschreibt die mündige, aktive Patientin, die es wissen will. Die Verantwortung für ihre Behandlung übernehmen will.

Daher sind „Diplompatientinnen“:

  • Frauen, die Brustgesundheit zu ihrem ureigensten Anliegen machen und mehr über die Gesunderhaltung ihrer Brust und die Früherkennung von Brustkrankheiten wissen wollen
  • Frauen, die bereits von Brustkrebs betroffen sind und mehr über die neuesten Therapien im Kampf gegen Brustkrebs erfahren möchten
  • Frauen, die die beste Behandlung haben wollen, weil Brustkrebs heute durch frühe Erkennung und mit modernen Medikamenten immer besser heilbar ist
  • Frauen, die sich nicht als Opfer, sondern als aktive Patientinnen verstehen und beschlossen haben, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen
  • Frauen, die ihrem behandelnden Arzt eine gute Partnerin in der Erkennung, Behandlung und Nachsorge von Brustkrebs sein wollen
  • Frauen, die den Mut haben, ihren Arzt so lange zu fragen, bis sie auch wirklich alles verstanden haben

Wer steht hinter Deutschlands ältestem und größtem Fortbildungskongress für Patientinnen, dem „Projekt Diplompatientin®“?

Die Bozner Journalistin und Buchautorin Ursula Goldmann-Posch wurde 1996 von der Diagnose Brustkrebs getroffen. Sie beschloss, sich nicht hinter der Mauer des Tabus zu verstecken, sondern ging 1999 mit ihrem Buch „Der Knoten über meinem Herzen – Brustkrebs darf kein Todesurteil sein“ an die Öffentlichkeit. Im Jahr 2012 erschien bereits die fünfte aktualisierte Auflage des „Über-Lebensbuch Brustkrebs“ (Schattauer Verlag, Stuttgart), das von vielen Patientinnen als „Bibel“ und von Ärzten als bester Ratgeber zum Thema angesehen wird.
1999 gründete die betroffene Medizinjournalistin Goldmann-Posch die heute größte Brustkrebs-Initiative in Deutschland: mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V. in Augsburg. Daraus gingen zahlreiche Projekte wie etwa das „Projekt Diplompatientin“ hervor. Sie alle haben einen roten Faden: die behandelte Patientin zur handelnden Patientin zu machen. Patientinnen aus der lähmenden Opferrolle herauszuholen und ihnen Mut zur Mitbestimmung über ihre Krankheit zu machen.

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Was will mamazone damit erreichen?

Der viertägige Wissenschaftskongress in der Sprache von Frauen mit Brustkrebs - das „Projekt Diplompatientin®“ - ist so etwas wie eine „Brustkrebs-Universität“. In verständlichen Worten und Bildern wappnet der jährliche Lehrgang Patientinnen mit Wissen gegen die Angst. Die hochkarätige Fortbildung soll einzelne Frauen wie auch Leiterinnen von Selbsthilfegruppen dazu befähigen, eine moderne, leitlinien- und qualitätsgesicherte Brustkrebsbehandlung aktiv einzufordern, mit zu tragen und zu verbreiten. Forscher und Forscherinnen, Ärzte und Ärztinnen haben es sich in dem von Ursula Goldmann-Posch vor nunmehr vierzehn Jahren ins Leben gerufenem Curriculum zur Aufgabe gemacht, Patientinnen schwierige Sachverhalte rund um ihre Erkrankung in leicht verständlicher Sprache zu vermitteln. Auf diese Weise werden aber auch die Ärzte selbst für einen besseren Dialog mit ihren Patientinnen geschult.

Wie können wir Brustkrebs die Stirn bieten?

  • Das Bewusstsein, selbst etwas für den eigenen Heilungsprozess tun zu können, führt Patientinnen aus der lähmenden Opferrolle heraus.
  • Vertrauen, Mut und Wissen in der Kommunikation zwischen Arzt und Patientin führen zu echter Partnerschaft, Mitverantwortung und nachhaltiger Kostensenkung im Gesundheitswesen.
  • Mehr Wissen über Brustkrebs befähigt Patientinnen zu mehr Qualitätsbewusstsein im Umgang mit ihren Ärzten und zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen.
  • Patientenkompetenz findet nicht nur im Kopf statt. Sie nährt Herz und Seele und stärkt die inneren Selbstheilungskräfte.

Wie oft kommt Brustkrebs vor?

Brustkrebs ist mit etwa 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. In Europa und Nordamerika nimmt die Zahl der Betroffenen in den letzten Jahrzehnten zu. Gleichzeitig gelang es jedoch, die Sterblichkeit an Brustkrebs zu senken. Grundlage dafür ist eine qualitätsgesicherte Früherkennung und die Behandlung mit immer gezielter wirkenden Brustkrebsmedikamenten.

In jedem Jahr sterben in Deutschland rund 19.000 Frauen an Brustkrebs. Doch Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Wird der Brustkrebs im Frühstadium erkannt, überleben bei bester Behandlung 90 Prozent und mehr der Frauen.
Frühe Erkennung, Eigeninitiative, Mut und eine der individuellen Krankheitssituation angemessene Therapie und Nachsorge auf der Basis einer Medizin, die Frauen und dem individuellen Krankheitsgeschehen gerecht werden, können die Überlebensaussichten bei Brustkrebs erheblich verbessern.

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